Baden-Württembergischer
Bodybuilding- und Fitnessverband e.V.


+++ Wettkampf-Ergebnisse +++
 



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Rhein Neckar Pokal 2005

Wettkampfbericht
Text: Reiner Dahms und Stefan Ulmer

Tradition scheint sich auch im Bodybuilding auszuzahlen, denn auch der zum fünften mal im Kulturhaus Käfertal in Mannheim ausgeführte Internationale Rhein Neckar Pokal, Fitness- und Bodybuildingmeisterschaft für Baden-Württemberg (BWBF) und Qualifikation für die Internationale Deutsche Meisterschaft (DBFV), war ein voller Erfolg. Trotz des Veranstaltungsdatums am 01. November, nur teilweise ein Feiertag in Deutschland, konnte sich der Veranstalter Thomas Gerstner über ein ausverkauftes Haus freuen; und das Publikum wiederum freute sich über gut besetzte Klassen mit bemerkenswerten Leistungen von den insgesamt 72 angetreten Athleten – eine für eine Landesmeisterschaft enorme Zahl!

Von den vier Teilnehmerinnen der Frauen Fitness Figur Klasse hatte Dorothee Ziegler von der Athletik-Schmiede Helmstadt im Vergleich zu ihren Konkurrentinnen leider die meisten Schwächen und belegte somit den vierten Platz. Die Drittplatzierte Monika Ciaramaglia vom SMASH Fitness Park Schorndorf wirkte zwar austrainierter, hatte an diesem Tag allerdings keine Chancen gegen Mirabella Walter von der Athletik-Schmiede Helmstadt, die insbesondere mit ihrem schön definierten Rücken punkten konnte. Erste Siegerin dieser Klasse wurde Daniela Pfeiffer vom Take Shape Schorndorf, die sich sehr austrainiert und mit einer schönen Linie präsentierte.

Leider gab es in der Klasse Frauen Fitness Leistung keine Starterinnen, aber dafür immerhin zwei Teilnehmerinnen in der Frauen Body Klasse, die beide noch dazu einen sehr hohen Leistungsstandard an den Tag legen konnten. Manuela Krahmann vom A. F. O. L. Shop Vallendar beeindruckte besonders mit ihrer massigen Muskulatur; vor ihr platzierte sich jedoch Tina Klöpfer vom Bodyplanet Ludwigsburg, die mit ihrer besseren Definition überzeugen konnte und eine der besten Bauchpartien der Veranstaltung zu bieten hatte. 

Ebenfalls sehr beeidruckend war die Klasse der Junioren; wobei Sascha Jegler vom Body Gym Mannheim wohl doch noch etwas mehr Zeit für die Vorbereitung benötigt hätte – gute Ansätze waren zwar zu erkennen, trotzdem war für ihn nur der 5. Platz möglich. Wesentlich enger fielen die Entscheidungen der Jury bei den weiteren vier Athleten aus, die allesamt sehr gut vorbereitet antraten. Michael Schmidt vom Powerhouse Gym Stuttgart belegte hier dann den vierten Platz, was wohl auf seine etwas hinterherhinkende Beinentwicklung und eine teilweise unsichere Präsentation zurückzuführen ist. Der großgewachsene Daniel Visnjouski vom Powerhouse Gym Ludwigsburg trat mit knapp über 100 kg an; die sich in sehr guten Proportionen über seinen Körper verteilten, lediglich die noch fehlende Härte verwiesen ihn auf den dritten Platz. In diesem Punkt hatte Colin Ziegler vom Body Planet Ludwigsburg seine Hausaufgaben deutlich gründlicher gemacht, auch wenn er um einiges leichter antrat wirkte er sehr harmonisch und komplett. Erster Sieger wurde allerdings Paul Poloczek vom Take Shape Schorndorf, der bereits im letzten Jahr die Klasse der Junioren dominierte und dieses Jahr noch mal schwerer, wenn auch nicht ganz so hart, antrat. Trotzdem war seine Form beeidruckend, insbesondere was die definierten Beine und seinen Latissimus angeht; auch seine Proportionen sind sehr harmonisch.

Nach den Junioren folgte die Klasse der Senioren. Von den sieben angetretenen Athleten konnte sich Reinhold Kaschuba vom Andy's Gym Plienzhausen nicht für das Finale qualifizieren. Letzter in der Finalwertung wurde dann mit Schwächen in der Linie und Härte Jan Sein vom Sportstudio Ottwald Kelsterbach. Grundsätzlich keine schlechte Leistung legte der Fünftplatzierte Hans-Peter Gärtner vom Sports Studio Relax Durmersheim an den Tag, wenn auch seine Beine weniger gut entwickelt waren, wie z. B. seine gut geformte Brustmuskulatur. Sein größter Schwachpunkt war wohl aber die aufgrund fehlender Erfahrung schwache Bühnenpräsentation. Hier hatte Thomas Wagner vom Get Fit Heidelberg deutlich mehr Übung und konnte seine massige Muskulatur gut in Szene setzen und wurde Vierter. Den Dritten Platz belegte Jochen Bakalorz von der Body-Factory Gütersloh, der eine sehr imposante Form präsentierte, allerdings doch noch etwas Feinschliff benötigt hätte und eventuell auch eine andere Farbe, da er irgendwie sehr rot aussah. Mit einer rundum gelungen Gesamtleistung sicherte sich der gutgelaunte Uwe Brucker vom Power und Health Kirchheim-Teck den Vizetitel. Schon im Frühjahr hatte er die Wettkampfsaison bestritten und hatte nun seine Form deutlich verbessert, wenn auch seine Brustentwicklung noch etwas seinen fabelhaften anderen Partien hinterherhinkt. Den ersten Platz der Senioren konnte sich der wohl erfahrenste Athlet sichern: Gunnar Paasche vom Out-Back-Gym Mainz, dessen bereits errungenen Titel hier den Rahmen sprengen würde. Gunnar präsentierte sich in gewohnt meisterhafter Form, die keine nennenswerten Schwächen erkennen lies.

Es ist nichts ungewöhnliches, dass die Männer Body Fitness Klasse in den letzten Jahren regen Zulauf gefunden hat, doch mit den 19 Athleten, die hier am Start waren, hatte niemand gerechnet. Die Jury nahm sich jedoch gelassen die benötigte Zeit und setzte erst mal gewissenhaft eine Eliminationsrunde an. Nicht für das Finale qualifizieren konnten sich (in der Reihenfolge ihrer Startnummern): Yves Keil und Joachim Zoldam vom Fit in Form Karlsruhe, Marc Garcias und Sven Bosch, beide vom Sport und Fun Ulm, Achim Schweikart vom Treibers Indoor Walldorf, Thomas Häge vom Sportpark Bretten, Christian Kellenberger vom Bodyplanet Ludwigsburg, Achim Cherdoud vom New Power Gym Bad Kreuznach, Eduard Ruff und Waldemar Ruff vom Bodyplanet Ludwigsburg, Souhail Gafsi und Senol Agin, beide vom Body Gym Mannheim und Thorsten Burkhardt vom Fitness Center Ruh Bürstadt.

Dass er nun schon 13 Mitstreiter hinter sich gelassen hatte, wertet den 6. Platz von Uli Knoll vom Bodybuilding e. V. Wiesloch zu einer sehr respektablen Platzierung auf. Er konnte mit einem sehr gut trainierten Oberkörper und einer ansehnlichen Definition punkten, allerdings benötigen seine Beine noch etwas mehr Volumen. Einen weiten Weg hatte Marcin Lopucki vom Zawiska Mega aus Bydgoszcz in Polen zurückgelegt. Sein Auftritt lies zwar sein enormes Potential erkennen, da er aber doch noch sehr weich antrat war hier nur der 5. Platz möglich. Vierter wurde der großgewachsene Sascha Kantar vom Andy's Gym Plienzhausen, der mit einer schönen Linie und guter Muskelentwicklung durchaus auch das Zeug für eine höhere Platzierung hätte, allerdings ebenfalls noch nicht hart genug war. Genau in diesem Punkt hatte der Drittplatzierte Thorsten Berschet vom Out-Back-Gym Mainz entscheidende Vorteile, da er sehr definiert antrat. Auch seine weitere Muskelentwicklung, insbesondere bei den Armen, und sein gut umgesetztes klassisches Posing konnten überzeugen. Vielen Athleten kann man zwar eine gute Ausstrahlung bescheinigen, aber Serdar Ayer vom SMASH Fitness Park Schorndorf spielte hier in einer eigenen Liga. Es machte einfach Spaß, dem Vize-Meister beim Posen zuzusehen, insbesondere, da er auch in exzellenter Form antrat. Zwar vielen die Beine im Gesamtbild etwas ab, aber das konnte er durch seine hohe Muskelqualität und seine streifig-definierte Brustmuskulatur wieder wett machen. Der erste Platz war allerdings für Andreas Ferrara vom Body Gym Mannheim reserviert, ein erfahrener Athlet mit sicherer Präsentation, dessen extreme Härte in all seinen sehr gut ausgebildeten Muskelbereichen nicht nur an die Schmerzgrenze, sondern wohl auch noch ein Stück darüber hinaus ging. 

Konkurrenzlos gingen Andrea und Gunnar Paasche vom Out-Back-Gym Mainz bei den Paaren an den Start. Wenn hier natürlich auch ein wenig der Wettkampf an für sich fehlte, so lieferten die Beiden doch einen sehr harmonischen Auftritt mit einem schön abgestimmten Kürposing ab.

Kommen wir nun zu den Männerklassen, die ebenfalls alle voll besetzt waren und zum Teil bemerkenswerte Leistungen hervor brachten. Teilweise zeigte sich zwar, dass besonders in den schwereren Klassen einige Athleten sich im Timing voll auf die Internationale Deutsche Meisterschaft konzentrierten, die zu diesem Zeitpunkt noch über zwei Wochen entfernt war, und hier noch nicht in der bestmöglichen Form antraten. Als Kenner der Szene konnte man aber einige bekannte, hochkarätige Teilnehmer sehen, die sich allesamt einen spannenden Wettkampf lieferten. 

Besonders die Klasse der Männer I bot ein atemberaubendes Niveau. Nicht für das Finale qualifizieren konnten sich Sahin Adem vom SMASH Fitness Park Schorndorf und Dimi Stoltidis vom Bodyplanet Ludwigsburg. Sechster wurde Swen Popic vom Body Gym Mannheim, der trotz leichten Schwächen in den Proportionen ein gutes Potential zeigte, allerdings noch nicht hart genug war. Ein wenig härter trat Stefan Hep vom Bodyplanet Ludwigsburg an und zeigte eine ausgewogene Leistung, allerdings wurde er Fünfter hinter dem Viertplatzierten Jürgen Kruber vom Fitness Point Heidelberg, der zwar deutlich weicher war, allerdings eine fabelhafte Linie vorzuweisen hat und mit sichtlichem Spaß seinen Auftritt absolvierte. Jürgen trat im letzten Jahr noch bei den Junioren an und hat für sein Alter eine beeindruckende Muskelentwicklung und -qualität vorzuweisen. In fantastischer Form belegte Plato Ergen vom Fit in Form Karlsruhe den dritten Platz, er wirkte massig-breit, war sehr definiert, präsentierte sich routiniert – trotzdem wurde Uwe End vom United Sport Bammental vor ihm Zweiter. Er trat zwar nicht in der von ihm gewohnten Härte an, hatte aber Vorteile durch seine sehr harmonische Linie, seine massigen Beine und nicht zuletzt durch seine vorbildliche Präsentation, besonders auch beim Kürposing. Sieger der Männer I wurde allerdings der eindrucksvolle Patrick Ostolani vom Allstars Leistungszentrum Gießen. Als kleinster Teilnehmer dieser Klasse lag er mit 70,0 kg genau am Limit und wirkte besonders bei den Vergleichen prall und massig, aber eben auch sehr gut definiert. Auch Muskelqualität und –teilung ließen keine Wünsche offen; an diesem Abend konnte in dieser Klasse niemand an ihm vorbei kommen.

Nicht ganz so spektakulär, aber immer noch auf sehr hohem Niveau, ging es bei der Klasse Männer II weiter. Carlos Cercantes, ein Gast aus Peru, konnte sich nicht für das Finale qualifizieren. Sein ambitioniertes Posing konnte Sebastian Hermeth vom SMASH Fitness Park Schorndorf aufgrund seiner etwas zu dünnen Beine und seiner fehlenden Härte nur auf den 6. Platz verhelfen. Auch Remigius Wosch vom A. F. O. L. Shop Vallendar war noch deutlich zu weich und wirkte etwas unproportioniert, er wurde Fünfter. Deutlich besser definiert, mit einer schönen Brustpartie, allerdings einem etwas schwächeren Rücken, belegte Mark Reim vom Plaza Leonberg den 4. Platz. In den letzten Jahren ist es beim BWBF zur Tradition geworden, dass in jeder Saison einer der Kampfrichter selbst als Aktiver antritt. In dieser Saison war es nun Eric Bernier vom Treibers Indoor Walldorf, seines Zeichens Hauptkampfrichter. Mit einer schönen, vollen Brustmuskulatur, einem enormen Latissumus und seinem gut vorgeführtem Kürposing wurde er Dritter. Mirko Schnürer vom Fit in Form Karlsruhe wirkte rundum sehr muskulös, war dabei äußerst definiert. Schwächen gab es kaum welche zu bemängeln, vielleicht hätte sein Kürposing etwas besser auf ihn abgestimmt sein können. Er wurde Zweiter hinter Sabit Kelmendi vom SMASH Fitness Park Schorndorf, der zwar nicht ganz die Muskelmasse von Mirko zu bieten hatte, aber doch noch um einiges härter antrat, besonders was die Beine betraf. Auch seine Linie, Präsentation und Kür ließen keine Wünsche offen. Sabit war ebenfalls letztes Jahr noch bei den Junioren aktiv und unter diesem Gesichtspunkt ist seine Leistung noch bemerkenswerter.

Zehn Athleten traten in der Klasse Männer III an. Jörg Janz vom Out-Back-Gym Mainz, Murat Ekincioglu vom Sportpark Bretten, Maik Jüttner vom Dynamic Neuhausen und Martin Gray vom Body Gym Mannheim qualifizierten sich nicht für das Finale. Seinen Erfolg bei den Senioren konnte Uwe Brucker vom Power und Health Kirchheim-Teck hier nun nicht wiederholen und wurde Sechster. Fünfter wurde Murat Tombul vom Fitness 4 You Nagold, dessen größtes Problem wohl war, dass man ihn schon in wesentlich besserer Form gesehen hatte, und er hier nun etwas schwach vorbereitet wirkte. Peter Petsche vom Take Shape Schorndorf hat es wohl schon aufgrund seiner Körpergröße nicht sehr einfach in dieser Klasse, konnte aber mit ansprechender Härte und guten Proportionen den 4. Platz erkämpfen. Sieger der Senioren, Gunnar Paasche vom Out-Back-Gym Mainz, konnte auch hier seine Qualitäten unter Beweis stellen, wurde aber Dritter hinter Ersin Oguz vom Body Gym Mannheim, der doch eine etwas bessere Linie zu bieten hatte. Als Sieger ging Martin Schramm vom Powerhouse Gym Ludwigsburg hervor, dessen Beine zwar besser definiert hätten sein können, der aber sehr muskulös wirkte, im Oberkörper eine ansprechende Härte vorweisen konnte und vor allem mit einer schmalen Taille gesegnet ist, die seine Proportionen und seine Linie sehr beeindruckend unterstreicht.

Auch bei den schweren Jungs der Männer IV wurde es recht voll auf der Bühne. Waren es noch neun Teilnehmer in der Vorwahl, so musste Jan Sein vom Sportstudio Ottwald Kelsterbach, Arne Kurth vom A. F. O. L. Shop Vallendar und Thomas Wagner vom Get Fit Heidelberg vor dem Finale ausscheiden. Durch Linienprobleme und mangelnde Härte wurde Peter Laabs vom Body Gym Mannheim Sechster. Mit 105,6 kg. der schwerste Athlet der Veranstaltung belegte der schon bei den Senioren angetretene Jochen Bakalorz vom Body-Facotry Gütersloh den 5. Platz. Eine verbesserungsfähige, aber durchaus respektable Leistung präsentierte Mirco Burger vom Body Planet Ludwigsburg; an diesem Abend reichte es allerdings doch nur für den 4. Rang, da er einfach noch zu weich war. Härte war zwar auch nicht die Stärke vom Drittplatzierten Marco Vunic vom Fitness Depot Worms, er konnte aber mit einem gewaltigen Armumfang und vor allem sehr ausgewogenen Proportionen überzeugen. Zweiter wurde Fadi Issa vom SMASH Fitness Park Schorndorf, mit ausreichender Härte sehr guten Proportionen und gelungener Präsentation. Hier wäre durchaus auch der Sieg drin gewesen – wäre nicht ein absoluter Ausnahmeathlet angetreten: Matthias Botthof vom Allstar Leistungszetrum Gießen. Vor anderthalb Jahren hatte er schon als Newcomer für Begeisterung gesorgt und trat nun wieder in exzellenter Form an, allerdings um einiges schwerer. Seine Linie und Proportionen sehen aus, als wären sie auf dem Reißbrett entworfen worden. Er war definiert, hart und adrig, trotzdem sehr muskulös und seine Muskelqualität lag auf sehr hohem Niveau. So war er nicht nur ein würdiger Sieger der Klasse Männer IV, sondern errang mit nur einer Gegenstimme ebenfalls noch den Gesamtsieg.

Damit wäre die Veranstaltung im Grunde schon beendet gewesen; als weiteren Höhepunkt hatte man sich allerdings noch den Gastauftritt von Markus Rühl aufgehoben, der die Stimmung im Saal dann endgültig zum überkochen brachte. Weitere Gastauftritte hatte es bereits von Serkan Cetin und Erich Beil gegeben. Die Moderation teilten sich Thomas Gerstner mit Erich Janner, gemütlich und gutgelaunt von einem Sofa auf der Bühne aus. Grund für die gute Laune hatte Veranstalter Thomas Gerstner wohl auch, weil er ein sehr gut eingespieltes Orga-Team hinter der Bühne hatte, die für einen reibungslosen und zügigen Ablauf der Meisterschaft sorgten.


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