Baden-Württembergischer
Bodybuilding- und Fitnessverband e. V.

+++ Bericht zur Baden-Württembergischen Meisterschaft 2010 +++
 


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Baden-Württembergische Bodybuilding- und Fitnessmeisterschaft 2011

Bericht von Reiner Dahms und Stefan Ulmer

Baden-Württemberg hat sich als feste Größe im deutschen Wettkampf-Bodybuilding etabliert. Viele Athleten „aus dem Ländle“ aus unterschiedlichen Klassen feiern regelmäßig nationale wie auch internationale Erfolge. So ist es also immer wieder spannend, wer sich alles zu den regionalen Meisterschaften des BWBF einfindet. Am 30.04.2011 fand in Schorndorf die Baden-Württembergische Bodybuilding- und Fitness-Meisterschaft statt - eine gelungene Veranstaltung, die Zuschauer wie auch aktive Athleten begeisterte. Das Team um Alex Stampoulidis, dem 1. Vorsitzenden des BWBF, hatte sich wieder mächtig ins Zeug gelegt um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren. Als Gesamtsieger der Männerklassen triumphierte Achim Weitz, 2. Vorsitzender des BWBF wie auch Kampfrichter. Doch damit nicht genug: auch auf der Deutschen Meisterschaft am 14.05.2011 konnte er überzeugen und sicherte sich nach 2008 nun in 2011 seinen zweiten Titel als Deutscher Meister der Männer III.

 

Als Siegerin der Bikini Klasse setzte sich Ramona Alb vom SMASH Fitness Park mit Idealpunktzahl durch. Ramona hatte seit der Einführung dieser Klasse im letzten Jahr mit zahlreichen Bühnenauftritten viel Erfahrung sammeln können und präsentierte sich souverän und begeisterte auf ganzer Linie. Auch ihre beiden Studiokolleginnen Nadine Kirner, die Zweite wurde und Scarlett Klonowski, an die der dritte Platz ging, wussten durchaus zu überzeugen und mit ihrer Teilnahme diese noch recht neu eingeführte Klasse weiter zu etablieren.

 

Spannend war es in der Klasse Frauen Fitness Figur, in der sich Barbara Petridou vom SMASH Fitness Park in Schorndorf und Sabrina Kolb vom Vita Life Park in Wertheim einen interessanten Zweikampf lieferten. Die kleinere Barbara trat sehr austrainiert und mit einer beeindruckenden Rückenentwicklung an, während die größere Sabrina gerade in den seitlichen Ansichten mit ihrer sehr schönen Linie punkten konnte. Der erste Platz ging letztendlich mit einem kleinen Vorsprung an Barbara und Sabrina wurde Zweite. Interessanterweise ergab sich zwei Wochen später auf der Deutschen Meisterschaft 2011 wieder die gleiche Rangfolge: Barbara wurde hier Deutsche Meisterin, während Sabrina sich den Vize-Titel der Klasse Frauen Fitness Figur sicherte. Carmela Runza vom SMASH Fitness Park in Schorndorf, die Dritte wurde, hatte sich ebenfalls gut vorbereitet und sah auch von der Seite und in der Rückansicht sehr gut aus. Der vierte Platz ging an Lea Rauch vom BodyGym in Mannheim, die als Wettkampf-Neuling nicht immer optimal die Posen einnahm und auch in Punkto Härte in dieser Klasse etwas abfiel.

 

Zum ersten Mal auf einer Wettkampfbühne stand an diesem Tag Inci Hoffmann vom BodyGym in Mannheim in der Klasse Frauen I. In Anbetracht dessen war ihre Form, besonders im Oberköper, recht zufrieden stellend und was sie an Unsicherheit in den Pflichtposen zeigte, machte sie durch ein sehr schönes Kür-Posing wieder wett.

 

Ein komplett anderes Auftreten legte in der Klasse Frauen II Carla Marquardt vom SMASH Fitness Park in Schorndorf an den Tag, kein Wunder – war sie doch 2009 bereits Frauen-Gesamtsiegerin auf der Deutschen Meisterschaft. Carla besticht insbesondere durch ihre überaus ästhetische, klassische Linie und ihrer tollen Rückenentwicklung. Auch ihre elegante Kür war ein absoluter Hingucker. Da beide Teilnehmerinnen alleine in ihren Klassen antraten, standen sie natürlich direkt als Siegerinnen fest und lieferten sich erst im Stechen um den Gesamtsieg der Frauen einen echten Wettkampf. Dieser ging eindeutig an Carla Marquardt, die sich in der folgenden Deutschen Meisterschaft auch noch über den Vize-Titel 2011 in ihrer Gewichtsklasse freuen konnte.

 

Unser Nachwuchs trat in der Klasse Junioren I mit zwei Startern an. Beiden konnten eine ähnliche, ausgewogene Muskelentwicklung vorweisen, doch der Sieger in diesem Duell, Sven Stehlig vom Fun & Fit in Gerlingen, war deutlich besser definiert als der Zweitplatzierte Riccardo Ziegler vom BodyGym in Schopfheim, der zudem die Pflichtposen nicht immer optimal ausführte. Talent legten aber beide an den Tag und es war eine Freude, ihren Bühnenauftritt zu betrachten.

 

Von einem großen Fan-Club wurde Kevin La Grutta vom Gympanzee in Eislingen als alleiniger Teilnehmer der Klasse Junioren II unterstützt – aber Dank seiner fabelhaften Form hatte er an diesem Tag jede Menge neuer Fans. Kevin nimmt bereits seit er 16 Jahre ist regelmäßig an Wettkämpfen teil und es ist etwas ganz Besonders, seine kontinuierliche Entwicklung und Verbesserung zu erleben. Nach Problemen mit den Knien in der letzten Saison hatte er nun deutliches Beinvolumen zugelegt, das sehr gut mit seinem noch weiter verbesserten Oberkörper mit seinem schön geschwungenen Latissimus harmonierte. Auch seine Härte war beeindruckend, besonders im Beinbizeps und dem gestreiften Gesäß. Keine Frage, dass er sich beim Stechen um den Gesamtsieg eindeutig als Sieger durchsetzte. Dies war ein guter Vorgeschmack darauf, dass er zwei Wochen später auf der Deutschen Meisterschaft 2011 ebenfalls Klassensieger der Junioren II wurde und dazu auch noch den Junioren-Gesamtsieg 2011 abräumte.


Nach den ganz jungen Talenten konnte man sich den fünf Athleten der Klasse der Master widmen. Sieger wurde Marc Gollub vom Bodyplanet in Ludwigsburg, der sich in hervorragender Form und ohne nennenswerten Schwächen und mit sehr schönen Proportionen und angemessen hart präsentierte. Seit seiner letzten Teilnahme an einer BWBF-Meisterschaft hatte er ordentlich an Gewicht zugelegt, was insbesondere im Oberkörper sehr gut aussah, aber auch die Beine sehr massiv wirken lies. Ebenfalls in Top-Form, wenn auch nicht mit einer ganz so harmonischen Linie wurde Martin Postler, ebenfalls vom Bodyplanet in Ludwigsburg, Zweiter. Der ebenfalls gut definierte Martin hat eine gute entwickelte Brust- und Armmuskulatur, die besonders bei den Posen Doppelbizeps und Latissimus in der Frontansicht sowie der Seitliche Brustpose zur Geltung kamen. Ebenfalls mit guten Ansätzen trat der Drittplatzierte Sandro Ferrara vom All Stars Leistungszentrum in Baden-Baden an, der vielleicht noch etwas Zeit für die Vorbereitung benötigt hätte um vor allem in den Beinen noch etwas härter zu werden. In diesem recht guten Leistungsfeld konnte Wolfram Bernstein vom Power House in Ludwigsburg das Kampfgericht nicht vollends überzeugen und belegte den vierten Platz. Fünfter wurde schließlich Thomas Wagner vom BodyGym in Mannheim, ein wahres Urgestein des BWBF, der wenn auch nicht in der besten Form, dann doch mit seiner tief verwurzelten Freude an unserem Sport, antrat.

Bei der Wertung der Klasse Classic Bodybuilding legte das Kampfgericht augenscheinlich großen Wert auf die richtige Härte, so dass hier Peter Petsche vom Sportshop Roland Linay in Öhrigen als Sieger hervor ging. Der großgewachsene Peter überzeugte durch sehr gute Definition und einem sehr gut austrainierten Rücken. Auch Michael Preuße, ebenfalls vom Sportshop Roland Linay in Öhrigen, hatte seine Diät sehr ernstgenommen, was ihm den zweiten Platz einbrachte. Nicht optimal an diesem Tag war allerdings seine Farbe. Der Drittplatzierte Peter Freimuth vom Outback Gym in Mainz trat mit guten Ansätzen an, besonders seinem gut entwickelten Oberkörper - die Härte in den Beinen war jedoch noch nicht ganz ausreichend. Ähnlich sah es bei Jens Paulzen vom All Stars Leistungszentrum in Augsburg aus, der noch nicht die nötige Definition und im Vergleich auch etwas weniger voluminöse Muskulatur vorweisen konnte. Er wurde Vierter. Den fünfte Platz belegte schließlich Markus Burkhardt vom Power House in Ludwigsburg, der sich dem Leistungsstandard seiner Klassen-Mitstreiter nicht ganz anschließen konnte, wenn er sich sichtlich auch sehr viel Mühe in der Vorbereitung geben hatte.

Von den beiden Teilnehmern der Klasse Männer I siegte der massiver wirkende Andreas Jall vom Eddis Fitness in Augsburg, der eine rundum gute Muskelentwicklung präsentierte und besonders mit dem Beinumfang überzeugte. Der zweite Sieger Marco Wulle vom Finest in Fitness in Reutlingen lieferte zwar auch ein sehr gutes Gesamtpaket ab, wirkte im Vergleich etwas klassischer als Andreas, lies aber doch noch etwas Definition im Beinbereich vermissen.

Zwar auch noch nicht bestmöglichst definiert, aber mit massiven, vollen Muskeln gewann Immanuel Knauer vom Bodyplanet in Ludwigsburg die Klasse Männer II. Besonders die Doppelbizeps- und Seitliche Brustpose betonte seine Vorzüge bestens. Mit etwas mehr Schärfe hätten seinen voluminösen Oberschenkel noch mehr beeindruckt. Diesem sehr guten Gesamtpaket konnte Senioren-Doppelstarter Wolfram Bernstein vom Power House in Ludwigsburg nicht mithalten, wurde aber noch Zweiter vor dem Drittplatzierten Jan Konrad vom Vita Life Park in Wertheim, dem es hier im Vergleich noch zu sehr an Muskelmasse fehlte, wenn er auch mit guten Ansätzen antrat.

Mit sieben Startern war die Klasse Männer III nicht nur zahlenmäßig am stärksten besetzt, sondern bot auch das höchste Leistungsniveau der Meisterschaft. Der erste Platz ging mit Idealpunktzahl an Achim Weitz vom SMASH Fitness Park in Schorndorf, der sich auch den Gesamtsieg sicherte. Denn so stark hier die Konkurrenz auch war, niemand konnte ihm an Muskelmasse und –volumen und vor allen in Sachen Härte das Wasser reichen. Zudem weiß sich Achim als erfahrener Wettkämpfer auch immer bestens zu präsentieren. Zweiter wurde Bernd Toffing vom SMASH Fitness Park in Schorndorf, der als Newcomer zu einem der interessantes Nachwuchstalente aus Baden-Württemberg gezählt werden kann. Sein streifig definierten Oberköper mit der vollen, bestens geformten Brustmuskulatur hätte den antiken Bildhauern eine ideal Vorlage für zeitlose Statuen geliefert. Lediglich die Beine konnten in Sachen Definition hier nicht mithalten und könnten auch noch etwas Volumen vertragen. Der Drittplatzierte Sven Knebel vom Power House in Ludwigsburg überzeugte durch eine tolle V-Form im Oberkörper mit schmaler Taille und ausladendem Beinumfang. Nennenswerte Schwächen waren im Grunde keine zu entdecken – nur die Härte war noch nicht im bestmöglichen Bereich. Der Sieger der Senioren, Marc Gollub vom Bodyplanet in Ludwigsburg, belegte mit seinem Doppelstart in diesem hochkarätigen Feld noch einen sehr guten vierten Platz. Ganz konnte er aber zu seinen jüngeren Mitstreitern nicht aufschließen. Ähnlich sah es für Martin Postler vom Bodyplanet in Ludwigsburg aus, der mit seiner respektablen Leistung den fünften Platz belegte. Auch der sechste Platz ging einen Doppelstarter, allerdings von den Junioren: wenn Kevin La Grutta vom Gympanzee in Eislingen aufgrund seines jungen Alters einfach noch nicht mit der Muskelqualität seiner älteren Kontrahenten mithalten konnte, so machte er bei seinem ersten Start in einer Männerklasse in wahrsten Sinne des Wortes doch eine „gute Figur“. Nicht fürs Finale qualifizierte sich Anastasios Milidis vom Adonis Fitness in Maulbronn.

Ebenfalls mit Idealpunktzahl stand der Gewinner der Klasse Männer IV mit Thomas Trägner vom SMASH Fitness Park in Schorndorf fest. Thomas ist ein sehr harmonischer Athlet mit gutem Rücken und voller Brustmuskulatur. Seit seiner letzten Saison hat er auch ordentlich an den Beinen gearbeitet und zeigte eine akzeptable Definition. Auch Vize-Meister dieser Klasse, Stefan Scheil, ebenfalls vom SMASH Fitness Park in Schorndorf, wies noch nicht die bestmögliche Härte vor, wirkte dazu auch etwas unausgewogen. Seine besten Muskelgruppen sind sicher die Arme und die Waden, während Rücken und Latissimus noch etwas mehr Aufmerksamkeit benötigen. Einen guten Armumfang zeichnet auch Thomas Wagner vom BodyGym in Mannheim aus, doch hier konnte es nur für einen dritten Platz reichen. Sandro Ferrara vom All Stars Leistungszentrum in Baden-Baden brach den Wettkampf ab und nahm nicht am Finale dieser Klasse teil.  

Bei den zwei Teilnehmern der Klasse Männer V war die Herausforderung an das Kampfgericht nicht allzu immens. Sieger Marko Vunic vom Sportshop Roland Linay in Öhrigen ist ein sehr guter Schwergewichtler mit tollen Proportionen, respektablen Beinen und vor allem sehr massiven Muskeln im Oberkörper. Man würde sich nur wünschen, ihn noch etwas praller zu sehen, was auch seine angemessene Härte besser zu Geltung gebracht hätte. Nichtsdestotrotz hatte hier der Zweitplatzierte Volker Maucher vom Fitness Treff in Schemmerberg im Vergleich keine Chance – wenn auch sicher ein guter Athlet, so fehlte es hier einfach an Masse und Härte, um gegen Marko eine echte Gefahr für den Sieg gewesen zu sein.

 

Mit diesen fünf sehr guten, frisch gekürten Baden-Württembergischen Meistern war auch das Stechen um den Gesamtsieg der Männerklassen ein echtes Highlight für Fans von Wettkampfbodybuilding. Nicht nur, aber sicher auch wegen seiner überragenden Härte setzte sich hier, wie bereits erwähnt, Achim Weitz durch – sein zweiter Gesamtsieg auf einer BWBF-Meisterschaft nach dem Rhein-Neckar-Pokal 2004.

 

Als Gaststar hatte man das „russische Wunderkind“ Alexey Lesukov verpflichten können, der – wenn auch nicht in Top-Form – die Halle begeistern konnte. Auch Ronny Rockel, der für eine Siegerehrung auf der Bühne war, lies es sich nicht nehmen seine sehr gute Form in einem spontanen Mini-Gastauftritt zu präsentieren. Das Publikum war mehr als angetan. Überhaupt sollte an dieser Stelle den Zuschauern in der Halle in Schorndorf im Namen aller Teilnehmer ein großes Danke ausgesprochen werden, da jeder Auftritt mit frenetischem Applaus bedacht  wurde, was für eine grandiose Stimmung sorgte. So sollte eine derart gelungen Meisterschaft immer honoriert werden! Weitere News und Infos wie immer auch auf unserer Homepage: www.bwbf.de.

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