Baden-Württembergischer
Bodybuilding- und Fitnessverband e. V.

+++ Bericht zur Baden-Württembergischen Meisterschaft 2010 +++
 


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Baden-Württembergische Bodybuilding- und Fitnessmeisterschaft 2010 (BWBF / DBFV)

Bericht von Reiner Dahms und Stefan Ulmer

Passend zum „Tag der Arbeit“ fand am 01.05.2010 die Baden-Württembergische Bodybuilding- und Fitnessmeisterschaft in der Barbara-Künkelin-Halle in Schorndorf statt. Um die Meisterschaft einen Erfolg werden zu lassen hatte sich der 1. Vorsitzende des BWBF, Alex Stampoulidis, zur Planung und Organisation viel Arbeit aufgehalst, die Athleten präsentierten nach langer Vorbereitung endlich, woran sie so lange und hart gearbeitet hatten und wie immer legte sich hinter den Kulissen das eingespielte Helferteam des BWBF ins Zeug. Nur die Zuschauer hatten lediglich die Aufgabe, mit Applaus für ein Stimmung zu sorgen – aber das fiel bei dem sehr guten Starterfeld nicht besonders schwer.

Den Anfang machte die neu eingeführte Bikini Klasse, die sich in erster Linie an Einsteigerinnen des Wettkampfgeschehens richtet. Hier geben weder Muskelentwicklung noch Definition den Ausschlag für eine Entscheidung, sondern ein sportlich-feminine Gesamteindruck, zu dem auch Frisur und Make-up gehören. Wenn die freie, nicht festgelegte Präsentation in dieser Klasse auch etwas ungewohnt wirkte, so konnten die sechs Teilnehmerinnen, allesamt vom SMASH in Schorndorf, doch mit dem ansprechenden Leistungsniveau voll überzeugen. Die Plätze sechs bis vier gingen in dieser Reihenfolge an Susanne Schirm, Anja Buchholz und Irina Akimov. Dritte wurde Ramona Alb, die eine Woche später auf der Deutschen Meisterschaft sogar den Vize-Titel in dieser Klasse errang. Figen Özdemir wurde an diesem Tag Baden-Württembergische Vize-Meisterin und auf der DM immerhin noch Vierte. Die größten Erfolge konnte jedoch Katrin Frank vermelden, die nicht nur hier den ersten Platz belegte, sondern auch erste Deutsche Meisterin in der Bikini Klasse wurde.

Wie um zu belegen, dass es höchste Zeit für eine Einsteigerklasse für Frauen auf den deutschen Wettkampfbühnen war, zeigten sich die vier Teilnehmerinnen der Klasse  Frauen Fitness Figur bestens vorbereitet und austrainiert. Das Kampfgericht nicht vollends überzeugen konnte Yvonne Boss vom Sportshop Linay in Langenbrettach, auch wenn sie eine beeindruckende Schulter-Arm-Partie vorweisen konnte. Sie wurde Vierte. Zwischen den ersten drei Plätzen ging es in der Punktewertung sehr eng zu. Sehr gut definiert, besonders im Rücken, ging der dritte Platz an Matina Theodorou vom SMASH in Schorndorf. Anita Karch, ebenfalls vom SMASH in Schorndorf, präsentierte sich ebenfalls sehr gut vorbereitet und wirkte noch etwas muskulöser, was ihr den zweiten Platz einbrachte. Als Siegerin ging jedoch Katja Bauer vom Powerhouse in Ludwigsburg hervor, die zweifellos nicht nur die am besten ausgeprägte Muskulatur vorweisen konnte, sie konnte auch in jeder Ansicht die beste Definition präsentieren, besonders auch im Beinbereich.

Auch die drei Nachwuchsathleten der Junioren I wussten zu überzeugen; den dritten und zweiten Platz trennten hier nur zwei Punkte. So hatte der Drittplatzierte Sven Stehlig vom Fun & Fit in Gerlingen knapp das Nachsehen, auch wenn der die deutlich besseren Beine hatte als Vefon Tophica vom gleichen Studio, der dafür mit etwas besseren Armen trumpfen konnte. Der Sieg mit Idealpunktzahl ging allerdings an Kevin La Grutta vom SMASH in Schorndorf, der trotz seines jungen Alters schon auf einige Bühnenauftritte zurück blicken kann. Auch hatte er sich über die Jahre kontinuierlich verbessert und präsentierte dieses Jahr einen deutlich muskulöseren Oberkörper. Verletzungsbedingt hinkten hier die Beine etwas nach, aber dennoch waren die Einschnitte und die Muskelteilung, die er hier zeigen konnte, mehr als beeindruckend.

Die meisten Teilnehmer, nämlich sieben, traten bei den Masters an und so konnte sich Thomas Hoch vom SMASH in Schorndorf nicht für das Finale qualifizieren. Sechster wurde Jürgen Kostenbader vom Maxx in Stuttgart, dessen Form an diesem Tag nicht überzeugte. Auch Detlef Schmidt, Einzelmitglied aus Trossingen, zeigte zwar eine solide Leistung, war vom Timing her aber offenbar nicht auf diesen Wettkampf konzentriert; er belegte den fünften Platz. Gut definiert trat der Viertplatzierte Stefano Nicolé vom ProGenix in Hockenheim an, dessen Beinentwicklung allerdings nicht mit dem gut trainierten Oberköper mithalten konnte. Boris Göbl vom VitaLife Park in Wertheim, der Dritter wurde, zeigte hier schon ein wesentlich besseres Gesamtpaket, auch wenn bei ihm die Härte noch nicht im optimalen Bereich lag. Definiert und mit einer sehr harmonischen Linie präsentierte sich Stefan Falkenstein vom SMASH in Schorndorf und feierte somit nach einer langen Wettkampfpause ein solides Comeback, das ihm in dieser Klasse den Vize-Titel einbrachte. Mit einem leichten Punktevorsprung ging der erste Platz an Uli Körper vom Bodybuilding e. V. in Walldorf der bei ansprechender Härte in jeder Pose deutlich muskulöser und massiver als seine Mitstreiter.

In der Klasse Classic Bodybuilding wurde Alexander Veith vom Fun + Fit in Gerlingen Dritter von den Drei Startern, hier fehlte für eine bessere Platzierung einfach noch etwas Beinvolumen und auch seine Posen waren nicht immer optimal ausgeführt. Mit deutlich besseren Grundlagen zeigte sich hier Ismail Neriman vom Finest in Fitness in Reutlingen, der mit etwas mehr Vorbereitungszeit in dieser Klasse sehr gut aufgehoben ist, aber da er einfach noch nicht die erforderliche Härte bringen konnte, war an diesem Tag vorerst nur der zweite Platz für ihn drin. Als Sieger ging der bestechend gut definierte Darius Mazurek vom Powerhouse in Ludwigsburg hervor, der vielleicht nicht diese beste Linie hat, aber mit seinem sehr muskulösen, wie gemeißelt wirkenden Oberkörper beeindrucken konnte und auch mit der Beinentwicklung durchaus überzeugen konnte.

Drei Athleten traten in der Klasse Männer I an. Mit einer zwar soliden Leistung, aber auch ohne überragenden Stärken wurde Stefano Nicolé vom ProGenix in Hockenheim Dritter. Spannender war der Zweikampf zwischen Boris Göbl vom VitaLife Park in Wertheim und Marco Wulle vom Finest in Fitness in Reutlingen, die sich beide in einer ähnlichen, sehr guten Form präsentierten, beide mit sehr guten, harmonischen Proportionen und einer guten Muskelentwicklung. Marco trat etwas härter an, Boris konnte besonders mit einem gelungenen Kür-Posing überzeugen; letztendlich ging der zweite Platz an Boris Göbl und der Erste an Marco Wulle. Anzumerken sei aber, dass sich eine Woche später Marco den Titel des Deutschen Vize-Meister der Klasse Männer I auf der Deutschen Meisterschaft sicherte und Boris hier dann sogar zum Deutschen Meister dieser Klasse gekürt wurde.

 

Deutlicher waren hier die Leistungsunterschiede der ebenfalls drei Teilnehmer der Klasse Männer II: jede Platzierung wurde mit Idealpunktzahl entschieden, auch wenn von jedem eine gute Leistung gezeigt wurde. Florian Feulner vom ProGenix in Hockenheim, der hier Dritter wurde, müsste noch weiter an den Beinen arbeiten und seine Präsentation optimieren. Mit ansprechender Härte, gerade auch im Beinbereich und einer gut austrainierten Gesamtentwicklung wurde Osman Gemrikli vom BodyGym in Mannheim Vize-Meister. Von Anfang an war aber klar, dass hier als Sieger nur Bülent Tekin vom Powerhouse in Ludwigsburg feststehen konnte. Bülent dominierte alleine schon durch seine massiven, vollen Muskeln in allen Bereichen, besonders in den voluminösen Oberschenkeln. Dazu war er fasrig-definiert und lieferte ein sehr schönes Kür-Posing ab, das ihm noch dazu den „Best Posing Pokal“ einbrachte. Gesteigert wurden diese Erfolge noch dadurch, dass Bülent eine Woche später auf der Deutschen Meisterschaft in der Klasse Männer II den Titel des Deutschen Meisters gewann.


In der Klasse Männer III traten vier Athleten an. Wenn auch gut vorbereitet, so konnte sich Stefan Falkenstein vom SMASH in Schorndorf trotz gutem Oberkörper gegen seine Kontrahenten nicht durchsetzen und belegte den vierten Platz. Wie auch schon bei den Senioren fiel auch hier der Drittplatzierte Uli Körper vom Bodybuilding e. V. in Walldorf besonders durch seine massive Erscheinung und die ausgeprägten Schulterköpfe auf. Zweiter wurde Sven Knebel vom Powerhouse in Ludwigsburg, der ein sehr gutes Gesamtpaket aus Proportionen, Härte und Muskelentwicklung präsentierte. Der erste Platz ging jedoch an Spiros Memos vom Finest in Fitness in Reutlingen, der mit massiven, quergestreiften Oberschenkel begeisterte und auch mit allen anderen Partien und angemessener Härte überzeugen konnte.

Die Klasse Männer IV war mit drei Teilnehmern besetzt. Thomas Hoch vom SMASH in Schorndorf, der hier Dritter wurde und Jürgen Kostenbader vom Maxx in Stuttgart, der den zweiten Platz belegte, lagen vom Leistungsniveau nah zusammen, was sich auch in der Punktewertung zeigte. Thomas zeigte zwar ein unterhaltsames Kür-Posing; blieb aber trotzdem knapp hinter Jürgen. So sicherte sich Eric Gärtner vom Powerhouse in Ludwigsburg unangefochten und mit Idealpunktzahl den ersten Platz, auch wenn er hin und wieder etwas unsicher wirkte, seine Muskulosität im Oberkörper und die Härte in der Frontansicht wussten durchaus zu gefallen.

Leider trat mit Markus Hoppe vom Powerhouse in Ludwigsburg nur ein Athlet in der Klasse Männer V an, der es dafür aber auch in sich hatte und sicher auch in einem größeren Feld Chancen auf den erste Platz gehabt hätte. Markus zeigte 112,5 kg bestens verteiltes, hartes Muskelfleisch; massive Arme, einen ausladenden Latissimus und beeindruckendem Beinumfang. Wenn die Härte in der Rückansicht vielleicht auch noch nicht im bestmöglichen Bereich war, so war seine Gesamtleistung schlichtweg atemberaubend und es war keine Überraschung, dass Markus Hoppe der Gesamtsieger der Männerklassen der Baden-Württembergischen Meisterschaft 2010 wurde.

Zwei Dinge sollten dieser Meisterschaft noch erwähnt werden: wie sich vielleicht schon aus dem Bericht herauslesen lies hatte das Baden-Württembergische Team auf der Deutschen Meisterschaft sehr viele gute Platzierungen und wurde zum erfolgreichsten Bundesland der DM 2010. Eine Leistung, die sicher auch sein Stück weit auf die langjährige, gute Verbandsarbeit des BWBF zurück zu führen ist. Ebenfalls war der Gaststar ein echtes Highlight der Veranstaltung: der Name Roelly Winklaar war bis dahin vielleicht noch nicht jedem Besucher bekannt, doch spätestens nach seinem Auftritt war klar, dass man es hier mit einem aktuellen Top-Profi zu tun hat, der sich in bester Form präsentierte und die Halle zum Toben brachte. Die Baden-Württembergische Meisterschaft 2010 war ein voller Erfolg und alle Beteiligten können sich auf weitere Wettkämpfe des BWBF freuen. Besuchen Sie auch unseren Homepage unter: www.bwbf.de.

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