Baden-Württembergischer
Bodybuilding- und Fitnessverband e. V.

+++ Bericht zum Donau Cup 2010 +++
 


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Donaucup 2010 (BWBF / DBFV)

Bericht von Reiner Dahms und Stefan Ulmer

Nach einem Jahr Pause wurde am 30.10.2010 wieder der Body Attack Donau Cup in Dillingen ausgetragen. Veranstalter Daniela Herzog und Thomas Klopfer (Stadthotel Convikt) und ihr Team hatten sich ins Zeug gelegt und eine stattliche Anzahl Athleten zur Teilnahme motivieren können. Auch wenn der Donaucup keine Qualifikationsmeisterschaft ist und man sich noch früh in der Wettkampfsaison befand, so war das Leistungsniveau doch schon sehr hoch. Dies quittierten auch die Zuschauer mit viel Applaus und guter Stimmung.

Den Anfang machte die im Frühjahr neu eingeführte Bikini Klasse, die sich an Wettkampfeinsteigerinnen richtet. Bewertet wird hier nicht die Muskulatur oder die Definition, sondern es entscheidet der sportlich-feminine Gesamteindruck. Von den fünf gut vorbereiteten Starterinnen konnte Daniela Bachler-Zank vom Fun Sports in Kleve nicht vollends überzeugen und belegte den fünften Platz. Vierte wurde Nici Voß vom Bodybuilding e. V. in Walldorf, die sich etwas unsicher präsentierte. Manuela Schauder von der Sportselite in München hatte hier den Dreh schon etwas besser raus und sicherte sich mit zwei Punkten Vorsprung den dritten Platz. Die ersten beiden Plätze hatten jeweils die gleiche Punktezahl, so dass die bessere Finalwertung den Ausschlag gab. Zweite wurde somit Figen Özdemir vom SMASH in Schorndorf, die ihre sportliche Figur kess und souverän präsentierte. Siegerin wurde Ramona Alb, ebenfalls vom SMASH in Schorndorf. Mit einer überzeugenden Sicherheit nahm sie ihre Posen ein, als würde sie täglich Bikinis auf dem Laufsteg vorführen. Mit ihrem schönem Körper und ihren tollen Beinen wäre es aber auch nicht erstaunlich, wenn sie dies tatsächlich tun würde.

Zwei Teilnehmerinnen waren in der Klasse Frauen Fitness Figur am Start, die zwei sehr unterschiedliche Körpertypen präsentierten. Auch das Ergebnis war relativ knapp. Sabrina Kalb vom Vitalife in Tauberbischofsheim präsentierte sich sehr austrainiert mit einer sehr schönen, athletischen Linie in den seitlichen Ansichten. Ihre deutlich kleinere Konkurrentin Barbara Petridou vom SMASH in Schorndorf überzeugte eher in der Frontansicht und konnte ebenfalls eine eindrucksvolle Muskelentwicklung vorweisen. Ebenfalls waren beide gut definiert; Sabrina noch ein Stück mehr als Barbara. Trotzdem hatte diese den entscheidenden Punktevorteil, so dass Sabrina hier den zweiten Platz erreichte und Barbara als Siegerin hervor ging.

Vier bestens vorbereitete Athletinnen traten in der Klasse Frauen Body an, wobei Maria Stigler vom Allstars-LZ in Augsburg in der Klasse Frauen I startete und somit auch konkurrenzlos als Siegerin feststand. Aber mit ihren guten Proportionen und ihrer ansprechenden Härte hätte sie sich auch in einem größeren Feld gut behaupten können. Dritte der Frauen II wurde Deniz Karaman, ebenfalls vom Allstars-LZ in Augsburg, die vielleicht nicht ganz so definiert wie ihre Mitstreiterinnen war, jedoch eine gute Gesamtentwicklung vorweisen konnte, die sie auch souverän präsentierte. Die Meßlatte in Sachen Definition legte Ira Bernstorf vom Time Fit in Bad Laer extrem hoch. War schon ihre Frontansicht erstaunlich, so blieb einem bei ihrer Rückenposen der Atem weg. Selten konnte man Trapezmuskel und Latissimus so „herausgearbeitet“ in allen anatomischen Details bestaunen. Trotzdem war für Ira hier nur der zweite Platz drin, denn auch Ute Überschär vom Body Planet in Ludwigsburg trat hier extrem gut definiert an, wenn auch nicht ganz so rasiermesserscharf wie Ira. Dafür konnte Ute eine gerade zu überwältigende Muskulosität an den Tag legen, mit dem sie trotz starker Konkurrenz diese Klasse unbezwingbar dominierte. Man konnte ihr den Spaß ansehen, den sie bei diesem Wettkampf hatte und auch ihr Kürvortrag war gut choreographiert und mit viel Freude vorgetragen. Letztendlich war es kaum mehr als eine Formsache, dass im Stechen um den Gesamtsieg der Frauen gegen Maria Stigler von der Klasse Frauen I auch dieser Sieg an Ute ging.

Jeweils mit Idealpunktzahl belegten die vier Teilnehmer der Klasse Junioren I ihre Plätze. Alex Schönberger vom KSC in Frauenau konnte zwar gute Ansätze vorweisen – in diesem Feld war jedoch nur der vierte Platz für ihn drin. Studiokollege Andrej Hembuch zeigte sich schon definierter und auch seine Beine waren deutlich besser entwickelt. Beiden traten jedoch ohne jede Körperbräunung an, was Andrej sicher auch einige Punkte gekostet hatte und ihn somit Dritter werden lies. Der Zweitplatzierte Sven Stehlig vom Fun & Fit in Gerlingen hatte zwar eine gute, gleichmäßig Muskelentwicklung, trat an diesem Tag allerdings noch nicht hart genug an. Hier konnte Aleksander Esden-Tempski vom Top Fit Olympia in Ingolstadt voll auftrumpfen, den was die Definition anging, konnte ihm in dieser Klasse niemand das Wasser reichen. Mit seiner besten Körperpartie waren die gut ausgebildeten Beinbeuger, auf seine weitere Entwicklung kann man gespannt sein.

Patrick Ficca vom Herzog's Fitness & Gesundheit war der einzige Athlet der Junioren II. Seine Masse konnte in jedem Fall überzeugen, insbesondere auch seine beeindruckende Doppel-Bizeps-Pose. Allerdings war er noch nicht hart genug, so dass er im Stechen um den Gesamtsieg der Junioren gegen den rund 20 Kilo leichteren Aleksander Esden-Tempski das Nachsehen hatte.

Bei der Klasse der Masters kämpften sechs Teilnehmer um den Sieg. Für sein Alter legte Luigi La Pica vom Herzog's Fitness & Gesundheit in Ulm zwar einen respektablen Auftritt hin, mehr als der sechste Platz war jedoch nicht für ihn zu erreichen. Auch der Fünftplazierte Thomas Wagner vom Body Gym in Mannheim war mit viel Engagement bei der Sache, konnte aber das Leistungsniveau der Mitstreiter nicht erreichen. Der vierte Platz ging an den gut proportionierten Sven Hertler vom Olympic in Esslingen, der jedoch nicht mit der Muskelentwicklung und Definition vom Drittplatzierten Udo Römhild vom Powerhouse in Ludwigsburg mithalten konnte. Christian Unfried vom Fitnesscenter Schardt in Herzogenaurach, der hier Zweiter wurde, war ebenfalls gut definiert und konnte sich vor allem in seinem Kürposing gut in Szene setzen. Als Sieger mit Idealpunktzahl ging jedoch Alex Stampoulidis vom SMASH Fitness Park in Schorndorf hervor, der sicher nicht der Härteste in dieser Klasse war, jedoch die massivste Muskulatur vorweisen konnte. Besonders seine Schultern und das Beinvolumen konnte überzeugen.

In der Klasse Classic Bodybuilding waren fünf Athleten am Start. Wettkampfneuling Anton Maurer vom Fun Sports in Kleve trat zwar in ordentlicher Form an, war aber in vielen Posen noch zu unsicher. Er wurde Fünfter. Der Vierplatzierte Dimitrios Nikolaidis vom Finest in Fitness in Reutlingen präsentierte sich hier schon deutlich souveräner und mit guten Körperpartien, wirkte aber im direkten Vergleich etwas weniger muskulös und definierter als die vor ihm Platzierten. Alex Weigle von der Fitness Welt in Offenbach, der hier Dritter wurde, war zwar der Leichteste in dieser Klasse, wirkte aber sehr ausgewogen und gerade auch in den Beinen gut definiert. Der großgewachsene Jürgen Günzel vom SMASH Fitness Park in Schorndorf konnte mit massiver Muskulatur und ansprechender Härte, besonders bei Pressposen, überzeugen. An ihn ging der zweite Platz. Das beste Gesamtpaket lieferte Jens Paulzen vom Allstars-LZ in Augsburg ab. Seine Proportionen und die Gesamtentwicklung waren sehr ausgewogen und auch die Härte konnte überzeugen. Mit seinem gelungenen Kürvortrag begeisterte er zudem das Publikum.

Drei Starter traten in der Klasse Männer I an. An Remzi Ercigiz vom Allstars-LZ in Augsburg fielen besonders seine massigen Beine auf; der Oberkörper konnte hier allerdings nicht ganz mithalten und auch seine Härte war nicht optimal. Er wurde Dritter. Umgekehrt war es eher beim Zweitplatzierten Marcus Haßmann (Einzelmitglied aus Karlsruhe). Bei seinem gut definierten, austrainierten Oberkörper fiel hier eher ein wenig die Beinentwicklung ab. Sieger Christian Unfried vom Fitnesscenter Schardt in Herzogenaurach, Doppelstarter von den Masters, war hier am ausgewogensten. Gut proportioniert und mit ansprechender Härte konnte er sich hier deutlich nach vorne absetzen.

Von den fünf Athleten der Klasse Männer II konnte Sven Hertler vom Olympic in Esslingen nicht vollends überzeugen und belegte den fünften Platz. Der vom Körpertyp ähnliche Ralf Jelsen vom Eddis Fitness in Augsburg war deutlich muskulöser und dazu definierter; er konnte sich den vierten Platz sichern. Nicht an seine gute Form der Vorjahre konnte der Drittplatzierte Osman Gemrikli vom BodyGym in Mannheim anknüpfen. Zweiter Sieger Guiseppe Celico vom Powerhouse in Ludwigsburg präsentierte einen gut definierten und austrainierten Oberkörper und konnte mit guten Posen im Kürvortrag als auch der Doppel-Bizeps-Pose überzeugen. Erster mit Idealpunktzahl wurde jedoch Alex Stampoulidis vom SMASH Fitness Park in Schorndorf, der zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison sicher auch noch nicht die optimale Härte vorwies, sonst aber keine nennenswerten Schwächen hatte. In diesem Feld war er eindeutige am muskulösesten mit tollem Beinumfang und eindrucksvollen Schultern und Rückenmuskulatur. Auch sein Kürvortrag mit gut dosierten Tanzeinlagen begeisterte sowohl Zuschauer wie auch die Jury, was ihm den Best Posing Pokal einbrachte.

 

Die sechs Teilnehmer der Klasse Männer III boten ein relativ ausgeglichenes Leistungsniveau. Jens Schmiedl von der Fitness Welt in Offenbach hatte zwar sicher mit die beste Bizepsmuskulatur, konnte ansonsten aber keine weiteren überragenden Partien vorweisen und wurde somit Sechster. Mit etwas mehr Potential trat hier Sascha Jegler vom SMASH Fitness Park in Schorndorf, dessen mangelnde Härte aber auch nur den fünften Platz ermöglichte. Wie auch schon bei den Masters überzeugte der Viertplazierte Udo Römhild vom Powerhouse in Ludwigsburg vor allem durch seine Definition, nicht aber in jeder Vergleichspose. Marc Gracias vom SMASH Fitness Park in Schorndorf, der Dritter wurde, präsentierte sich nicht immer optimal, konnte aber gute Ansätze bei seiner ausgewogenen Gesamtentwicklung unter Beweis stellen. Seine gute Mischung aus Muskulosität und Definition sicherten Robert Wallenta vom Fitnesscenter Schardt in Herzogenaurach den zweiten Platz; hier war sicher auch seine positive Bühnenpräsens ein Vorteil. Als Sieger mit Idealpunktzahl konnte hier jedoch nur Neriman Ismail Niyaz vom Finest in Fitness in Esslingen feststehen. Obwohl er der leichteste Teilnehmer dieser Klasse war, begeisterte seine bestens proportionierte Muskelentwicklung und Definition, besonders in der Doppel-Bizeps-Pose in der Rückansicht. Auch seine Präsentation überzeugte und seine Posen im Kürvortrag waren optimal und harmonisch auf ihn abgestimmt.

 

Anhand der Punktverteilung bei der Wertung der fünf Startern der Klasse Männer IV war zu erkennen, dass es hier keinen herausstechenden Sieger gab. Lediglich Thomas Wagner vom BodyGym in Mannheim konnte seinen wesentlich jüngeren Kontrahenten hier nicht die Stirn bieten und wurde Fünfter. Der Viertplazierte Ahmet Ayabil von der Fitness Welt in Offenbach konnte mit einem beachtlichen Volumen in den Beinen trumpfen, lies ansonsten aber noch deutlich die benötigte Definition vermissen. Hier trat Peter Laabs vom BodyGym in Mannheim, der Dritter wurde, schon deutlich härter an, wirkte in der Gesamtentwicklung allerdings ein wenig unharmonisch. Nur vier Punkte trennten den zweiten Sieger Stefan Scheil vom SMASH Fitness Park in Schorndorf vom ersten Platz, der an Markus Edinger vom BodyGym in Mannheim ging. Stefan zeigte rundum gute Ansätze und könnte mit etwas mehr Vorbereitungszeit sicher noch ein besseres Gesamtpaket abliefern. Die größte Schwachstelle von Markus waren eindeutig seine Beine, denen es deutlich an Umfang fehlt. Davon abgesehen lieferte er hier mit seinem Debüt auf einer Wettkampfbühne einen souveränen Aufritt ab. Gesegnet mit einer schmalen Taille kam besonders seine V-Form im schön austrainierten Oberkörper sehr gut zur Geltung. Sollten bei ihm in den nächsten Monaten regelmäßig schwere Kniebeugen auf dem Trainingsplan stehen, kann man sich jetzt schon auf seinen nächsten Wettkampf freuen.

 

Konkurrenzlos trat mit Manuel Schömbs vom Allstars-LZ in Augsburg in der Klasse Männer V mit rund 109 kg der schwerste Athlet der Meisterschaft an. Seine respektable Gesamtentwicklung hätte hier natürlich noch etwas mehr Härte vertragen; auch waren seine Posen nicht immer optimal ausgeführt – was aber natürlich auch daran liegen kann, dass er hier eben alleine und somit vielleicht nicht vollends motiviert auf der Bühne stand.

 

Einen richtigen Wettkampf bekam Manuel somit erst beim Stechen um den Gesamtsieg geboten. Ein guter Kandidat für den Sieg wäre hier sicher auch Alex Stampoulidis gewesen, der 1. Vorsitzende des BWBF, der hier wieder in die Rolle des aktiven Athleten geschlüpft war und sich in der nahezu besten Form seines Lebens präsentierte. Für ihn hätte dies nach dem Sieg bei den Masters und der Männer II, sowie dem Best Posing Pokal ein regelrechter Durchmarsch bedeutet. Aber im direkten Vergleich war schnell klar, dass der Gesamtsieg nur an Neriman Ismail Niyaz gehen konnte. Während manche Bodybuilder beim Wettkampf durch pure Masse überzeugen und andere durch ihre messerscharfe Definition bestechen, so gehört Neriman zu der seltenen Gruppe von Athleten, die einfach durch unbestechliche Ästhetik überzeugen. Es ist beinahe wie eine komplexe mathematische Formel: wenn die richtigen Proportionen gepaart mit einer überzeugenden Definition und der passenden Präsentation aufeinandertreffen, so entsteht ein dermaßen harmonischer, klassischer Gesamteindruck, dem man sich kaum entziehen kann.

 

Neben den vielen tollen Athleten der Meisterschaft gab es noch Gastauftritte von Ronny Rockel, der wie üblich die Halle zum Kochen brachte, sowie von Mario Rieger mit einer völlig neuen Nummer. Offensichtlich hat er auch seine seltenen Gene, die die akrobatischen Höchstleistungen ermöglichen, an seine Tochter Talena Rieger weitergegeben, die hier einen Showact als Schlangenfrau präsentierte. Der Donau Cup hat in den letzten Jahren einige Höhen und Tiefen erlebt, im Moment liegt er aber auf dem besten Kurs, sich zu einer festen Größe im Wettkampfgeschehen zu etablieren. Besuchen Sie auch unsere Homepage unter: www.bwbf.de.

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